Barmherzige Schwestern übergeben ihre Spitäler an Privatstiftung Gründung der "St. Vinzenz Stiftung", um die gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen des Ordens nachhaltig abzusichern
Wien (OTS) - Angesichts der immer geringer werdenden Zahl der Ordensschwestern hat die "Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul" in Wien-Gumpendorf einen Weg gesucht, um die gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen der "Vinzenz Gruppe" mit ihren mehr als 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachhaltig und unabhängig von der weiteren Entwicklung des Ordens abzusichern. Die Lösung wurde in der Gründung einer gemeinnützigen Privatstiftung gefunden: Seit 1. Jänner 2010 tritt die "St. Vinzenz gemeinnützige Privatstiftung der Barmherzigen Schwestern" als Eigentümerin der "Vinzenz Gruppe" und der "Vinzenz Gruppe Service" an die Stelle der Österreichischen Provinz der "Kongregation der Barmherzigen Schwestern" . Zwischen Ordensprovinz und Stiftung besteht kein Eigentumsverhältnis mehr. "Die Barmherzigen Schwestern sind mit diesem mutigen Weg ein großes Vorbild", sagte Kardinal Christoph Schönborn bei der Stiftungsfeier im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien-Gumpendorf. Der Wiener Erzbischof würdigte in seiner Festansprache den Mut, mit dem die Barmherzigen Schwestern "das kostbare Erbe der Ordensspitäler" absichern, die einen unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung darstellen. "So lange wir noch die Kraft haben, wollen wir die Weiterführung unserer Werke in der Struktur einer Stiftung sichern. So wollen wir Stabilität und Sicherheit auch in finanziellen und gesellschaftspolitischen Umbruchssituationen erhalten", betonte Sr. Sigharda Leitner, Generaloberin der "Kongregation der Barmherzigen Schwestern" von Wien-Gumpendorf: "Mit der Errichtung der Stiftung übergeben wir als Erbe der Barmherzigen Schwestern unsere Werke als christlich geprägte Organisationen in die Gesellschaft." "Die Unabhängigkeit und die Verankerung der christlichen Werte in den Gesundheitseinrichtungen der 'Vinzenz Gruppe' sind mit der Stiftungsgründung auf Dauer abgesichert", betont Michael Heinisch, Geschäftsführer der nunmehr im Besitz der "St. Vinzenz Stiftung" befindlichen "Vinzenz Gruppe". Er wird ab sofort in seiner Funktion als Geschäftsführer der "Vinzenz Gruppe" dem Stiftungsvorstand verantwortlich sein, dem drei Mitglieder der Barmherzigen Schwestern und ein Wirtschaftsexperte angehören. Die Einbringung von Ordenskrankenhäusern mit öffentlichem Versorgungsauftrag in eine gemeinnützige Privatstiftung ist ein im deutschen Sprachraum bisher einzigartiger Lösungsansatz für das Problem, dass die Orden unter Nachwuchsmangel leiden. "Es ist für uns ein sehr großer, aber konsequenter Schritt. Denn die Krankenhäuser wurden früher den Barmherzigen Schwestern für die Armen anvertraut. Mit der Eingliederung dieser Krankenhäuser in die 'St. Vinzenz Privatstiftung' werden sie heute der Gesellschaft wieder zurück gegeben", erklärt Sr. Josefa Michelitsch, Generalökonomin der Kongregation. "Der ausschließlich gemeinnützige Zweck der Privatstiftung ist die Fürsorge, die Gesundheits- und Krankenpflege, die Erziehung und Schulbildung sowie die Berufsausbildung zu Gunsten der Allgemeinheit. Alle Einrichtungen sind auf Basis christlicher Werte im Sinne der Stifterin zu führen", so Heinisch. Das Motto der "Vinzenz Gruppe" - "Medizin mit Qualität und Seele" - werde auch künftig die Arbeit prägen, in den Krankenhäusern in Wien, Linz und Ried sowie in allen Gesundheitseinrichtungen der "Vinzenz Gruppe" werde die spirituelle und psychologische Betreuung der Patienten besonders ernst genommen. Die "Vinzenz Gruppe" zählt zu den größten gemeinnützigen Spitalsträgern Österreichs, die nicht in öffentlichem Eigentum stehen. Ihre Häuser stehen allen Patienten offen. Der "Vinzenz Gruppe" gehören sieben Spitäler an. Gemeinsam zählen die Krankenhäuser Barmherzige Schwestern Wien, Ried und Linz, das Orthopädische Spital Speising sowie die Wiener Krankenhäuser St. Josef, Göttlicher Heiland und Herz-Jesu mehr als 2.200 Betten, rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschäftigt. In den Häusern wird das Recht der Patienten auf Zuwendung, Respekt und auf Handeln von Mensch zu Mensch besonders geachtet. Laufende Initiativen für mehr Qualität im Spital geben der " Vinzenz Gruppe" eine Vorreiterrolle. Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/10861 *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0020 2010-01-29/09:07 290907 Jän 10 |