Den Entwicklungsbedarf zur Veränderung der Ausbildung gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und damit auch dem GuKG ist seit ca. 10 Jahren ein Thema in Österreich, umso mehr freut es, dass dieser Schritt nun endlich geschafft ist. Viele Erwartungen wurden jedoch nicht in vollem Umfang umgesetzt, daher wird die Reform von vielen als „Novellchen“ betitelt.

Diese Reform war meiner Ansicht nach längst überfällig, ist in jeder Form zu begrüßen und stellt einen Beginn dar. Eine Ausbildung auf internationalem Niveau, mit dem Wissen der notwendigen Veränderungen im Gesundheitssektor um die Anforderungen einer modernen, jedem und jeder zugänglichen Gesundheitsversorgung sicher zu stellen, erachte ich die Rolle des Pflegedienst als wesentliche verantwortungsvolle Verpflichtung.

Schade empfinde ich es, dass nicht alle Kompetenzen, die möglich wären, dem Pflegedienst zuerkannt wurden, insbesondere im eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich (§ 14), da sind uns einige europäische Länder um Vieles voraus und haben Haltungen zwischen den medizinischen Berufsgruppen entwickelt, für die wir wahrscheinlich noch eine Generation benötigen, um Akzeptanz und Nutzen in Sinne der Sicherstellung PatientInnenoutcome leben zu können ohne in Konkurrenz zu stehen.

Mein Wunsch: der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege muss ein eigenständiger, ergänzender Beruf in der Gesundheitsvorsorge und Prävention werden. Pflege kann und ist mehr als mitverantwortlich in Abhängigkeit zum Arzt/zur Ärztin, das ist nur ein Part. Pflege bedeutet vor allem Edukation, Prävention, ganzheitliche Versorgung und Betreuung der Patientinnen und Patienten.

Mein Wunsch: der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege muss ein eigenständiger, ergänzender Beruf in der Gesundheitsvorsorge und Prävention werden. Pflege kann und ist mehr als mitverantwortlich in Abhängigkeit zum Arzt/zur Ärztin
Sabine Wolf, MBA, Pflegedirektorin AKH Wien