Die neuerliche Weigerung von Doskozil Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen reiht ihn eindeutig in die Reihe kaltherziger Egoisten, die sich heute wie Ragweed verbreiten und auch in die Reihe von Orban und die Visegrad Staaten aber nicht in Österreich. Offenbar haben selbsternannte Despoten das Sagen, welche die Angst zum Gegenstand ihrer Politik machen, aber nicht das Volk.

Obwohl Österreich seit der Kaiserzeit immer ein Zuwanderungsland war und ist, wollen einige das Land aus vordergründigen politischen Motiven nach außen abschirmen. Die verschiedensten  Argumente sollen dafür herhalten. Einmal die Angst vor fremden Religionen, obschon seit den Staatsgrundgesetzen 1867 aus gutem Grund Religionsfreiheit besteht. Die Habsburger, auf die das Gesetz zurückgeht, wollten keine religiösen Auseinandersetzungen in ihren Ländern und Territorien, die unterschiedlichen Völkergemeinschaften waren genug Auslöser für Spannungen, die dann in den ersten großen Krieg geführt haben.

Die Festung Europa hat eine lange Tradition und führte im Ergebnis nur zum 2.Weltkrieg mit seinen Millionen Toten. Danach gab es 50 Jahre Frieden und Freizügigkeit, die zu einem wunderbaren wirtschaftlichen Aufschwung und zum Beitritt in die Europäische Union führten. Ein Aufschwung, welchen die sogenannten Visegrad Staaten, die heute von bestimmten Parteien so gelobt werden, erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erleben durften.

Der Grund war und ist die Freizügigkeit und Solidarität Westeuropas. Und alles das soll zerstört werden, um einigen Despoten die Macht zu erteilen nach Belieben schalten und walten zu können und Österreich wieder in das dunkelste Mittelalter zurück zu katapultieren. Die Auswirkungen merken einige Leute schon, vor allem die Ärmsten, die solche Maßnahmen als erstes spüren.

Abschottung hat zu keiner Zeit zum Erfolg geführt, China und Japan, die solches schon vor hunderten Jahren versuchten, hat das einen jahrhundertelangen Stillstand gebracht und sie brauchten ein Jahrhundert, um aufzuholen und dem westlichen Wohlstand gewachsen zu sein, indem sie die Neuerungen, die sie selbst einst inszeniert hatten, mühsam von den westlichen Staaten abkupfern mussten.

Rom ging es schließlich genauso: es wurde von einer ungeheuren Zivilisation durch die Germanen ins finsterste Mittelalter geführt. Trump wird es mit seiner Mauer ebenso ergehen, wenn er damit Erfolg haben sollte. Abschirmung nach außen ist niemals das Mittel der Wahl, das mussten schon die Steinzeitmenschen der kleinen Gruppe erkennen, als Ägypten vom kleinen Bauernstaat zur Weltmacht wurde. 

Christian Konrad, seines Zeichen ehemaliger Raiffeisenmanager, hat die Zeichen der Zeit erkannt, wenn er sich für Flüchtlinge und offene Grenzen in der „Zeit“ ausspricht und die Haltung der Regierung in der Frage Moria verrückt nennt, niemand kann ihm, wie er in dem Artikel sagt, erklären, dass Österreich in einer europäischen Solidaraktion wegen vierhundert Flüchtlingen in seinen Grundfesten wankt und ebenso, wenn wir das deutsche Modell bei den Lehrlingen anwenden, dh. 2 Jahre nach Lehrabschluss Beschäftigung in Österreich.

Ich denke Konrad hat sich in seinen Grundfesten nicht gewandelt Mitgefühl und Solidarität waren immer ein Kennzeichen der früheren ÖVP und auch Raiffeisen, erst in der neueren Zeit haben sich einige Yuppies dort festgesetzt und versuchen, allerdings mit großer Unterstützung eine neue Welt zu konstruieren. Nicht die Solidargemeinschaft ist deren Ziel sondern die Auseinandersetzung im Sinne des Frühkapitalismus des 17.Jhdts.. Die Ausnutzung des Einzelnen im Sinne der Leistungsgesellschaft.

Daher sollen auch die Säulen des Gesundheitswesens, das Maria Theresia gestützt auf Van Swieten eingeführt hat, der allgemeinen Privatisierung weichen und die Sozialgesellschaft, durch Bismarck implementiert, soll ebenfalls aufgeweicht werden.

Als weiterer wesentlicher Vertreter der Festung Europa hat sich nun Doskozil geoutet, auch er möchte keine Flüchtlinge aus Moria in seinem Land sehen, wofür ihm die wesentlichen Repräsentanten der Türkisen lauthals Lob spenden. Er sollte seinem inneren Drang folgen und entweder die ÖVP oder die FPÖ als seine künftige politische Heimat aufsuchen, deren Geisteskind er offenbar ist.

Günter Flemmich

Fortsetzung folgt …


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