Alle Räder stehen still, wenn Corona Virus will, müsste man in Abwandlung eines alten gewerkschaftlichen Satzes hinausrufen und es wäre keineswegs falsch, wenn wir auf die Gassen und Straßen, vor allem aber in die Produktionshallen schauen.  

Fraglich ist, wie lange wir das durchhalten, aber auch, ist das alles wirklich notwendig? Ist unser rastloser Lebensstil überhaupt richtig unser Vertrauen auf immer schneller, höher, stärker. Haben wir nicht schon längst die Grundlagen des Lebens verlassen, bewegen wir uns nicht ständig wie ein Hamster im Rad, ohne zu erkennen wohin das führt?

Der Finanzkapitalismus treibt uns an, obwohl lediglich 0,5% realer Wert dahinter steckt, die Banane wird uns stets vor Augen gehalten und unsere Gier treibt uns voran. Jetzt ist die Zeit, um Einkehr zu halten, um zu überlegen, brauchen wir das alles eigentlich für ein glückliches Leben?

Presse und Politiker halten uns Gewalt zu Hause vor Augen, ohne darauf zu blicken, dass unsere Welt individualagressiv geworden ist, die Auseinandersetzung, der Kampf ums eigene Dasein, um den Erfolg im Beruf ganz zwangsläufig zu Gewalt führt.

Konkurrenz ist die Seele des Alltags und das führt zu Gewalt. Man braucht dazu gar nicht einmal das moderne Kino, die Fernsehserien, hauptsächlich Krimis, um die Wandlung zu verstehen, wie der Egoismus in unsere Herzen Eingang gefunden hat.

Vielleicht wird sogar das Gegenteil vom Erwarteten eintreten, Gewalt in der Familie reduziert, wenn wir uns wieder aufeinander besinnen, erkennen, was das Wesentliche im Leben ist, der Zusammenhalt, nicht die von der Wirtschaft geforderte Auseinandersetzung. Deswegen drängen ja Einzelne besonders darauf, die gewöhnten Zustände möglichst schnell wiederherzustellen. Darum werden riesige Rettungspakete geschnürt, um den „ordnungsgemäßen“ Zustand ehebaldigst wieder herzustellen, die Menschen könnten  erkennen, dass die Ausnützung des Anderen vielleicht doch nicht der Lebenszweck ist, wie ihnen tagtäglich vorexerziert wird, um vor allem die Wirtschaft dh. die multinationalen Konzerne zu fördern.

Wir haben jetzt die Gelegenheit den Satz „die Hälfte ist mehr, als das Ganze“ von Hesiod auf den Prüfstand unserer Handlungen zu stellen, um damit die Konkurrenz, die Gewalt, die Gier durch Solidarität auszutauschen.

Schon bei den Gesprächen um Coronabonds zeigt sich aber, wie wenig Solidarität in der Marktwirtschaft vorhanden ist Nordstaaten gegen Südstaaten. Geholfen wird nicht aus Solidarität, sondern nur, wenn es uns selbst treffen kann. Die ist der Egoismus, der unsere Welt antreibt.

Wir könnten dem jetzt ein Ende bereiten, aber ich fürchte dazu ist das Virus nicht stark genug. Immerhin hat es schon in der Bibel nicht geklappt, trotz Arche Noah ist die Gier nicht geschwunden, sondern eher noch größer geworden. Der Planet wurde über die Grenzen maximal ausgenützt und mit Schadstoffen überschüttet. Wenn wir uns nicht besinnen und dazu wäre jetzt die richtige Zeit, werden wir alle untergehen, wie Sodom und Gomorrha.

Daher nehmen wir die Krise zum Anlass neu zu denken, neue Wege zu beschreiten und dem Egoismus den Kampf anzusagen. Versuchen wir mehr gemeinschaftlich zu denken. Es genügt nicht regelmäßig zu spenden, um seine Seele zu retten, während gleichzeitig ganze Landstriche durch Kriege, für die wir die Waffen liefern, veröden und ungeheures Leid für die Bevölkerung bringen, deren Flüchtlinge wir dann an unseren Grenzen mit Waffengewalt abwehren.

Es genügt nicht verbal Waffenstillstände zu fordern und begrenzt zu kontrollieren, während an den nächsten Grenzen mit den gleichen Waffen neue Scharmützel ausbrechen. Es genügt nicht in Kirchen, Tempeln und Moscheen für den Frieden zu bitten, wir müssen ihn gewährleisten und sichern und Waffenproduktionen und Verkäufe müssen verboten werden, dann wird auch die Gewalt in unseren Herzen verschwinden und wir können beruhigt in die Zukunft sehen.

Günter Flemmich.

Fortsetzung folgt …


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