Neuer Beruf Pflegefachassistenz

Um dem steigenden Bedarf an Pflege Rechnung zu tragen, wurden die Berufsgruppen und damit verbunden die Ausbildungsmöglichkeiten novelliert. Anstelle der bisher zwei Berufsbilder gibt es in Zukunft drei, und zwar die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, die Pflegeassistenz und neu die Pflegefachassistenz (PFA). Am Klinikum Wels-Grieskirchen haben im September die ersten Absolventen ihre Ausbildung zur Pflegefachassistenz erfolgreich abgeschlossen.

Am 25. September 2018 bestanden die ersten Pflegefachassistenten erfolgreich ihre Prüfung, zu der Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander gratuliert:

„Die Absolventinnen und Absolventen haben in einer zusätzlichen Ausbildung als erste die Ausbildung zur Pflegefachassistentin und zum Pflegefachassistenten abgeschlossen – sind also  Pionierinnen und Pioniere auf diesem Gebiet. Meine herzliche Gratulation an alle Absolventinnen und Absolventen!

Der Beruf der PFA ist eine völlig neue, herausfordernde Ausbildung. Die Prüfungsinhalte stellen den interessanten und innovativen Aufgabenbereich dar und die guten Prüfungsergebnisse haben gezeigt, dass es sehr geeignete Personen für diese Ausbildung gibt. Andererseits konnten die Ausbildungsinhalte gut vermittelt werden. Damit sind die künftigen Pflegekräfte auf die Ausübung des Berufes gut vorbereitet.

Die PFA verfügen über ein breites Wissen über Gesundheit, Krankheit, die pflegerischen Konsequenzen daraus, über die Fähigkeit, gut zu vernetzen und die Patientinnen und Patienten im ganzheitlichen Sinne zu sehen, zu erfassen und auch darüber, wie sie Patientinnen und Patienten aufklären, informieren und damit zur Stärkung der Gesundheitskompetenz beitragen können.

Sie nehmen damit eine zentrale Rolle in der Versorgung von kranken Menschen ein und sind wichtige Professionistinnen und Professionisten in den unterschiedlichen Versorgungsteams“, so Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander.

Was ist neu?

Die Pflegefachassistenz (PFA)wurde bei der Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) neu eingeführt: Voraussetzung ist eine zweijährige Ausbildung bzw. ein Upgrade von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz.  Die zwischen Pflegeassistenz und diplomierter Pflege angesiedelte Pflegefachassistenz darf in der Pflege eigenverantwortlich arbeiten, ohne verpflichtende Aufsicht, etwa in der Mobilisation oder Körperpflege des Patienten. „Neu unter den Kompetenzen sind außerdem die Blutabnahme aus der Vene, Kompetenzerweiterung im therapeutisch-diagnostischen Bereich, Katheterismus bei Frauen sowie Ab- und Anschluss laufender Infusionen“, erklärt Andrea Voraberger, Pflegedirektorin am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Erste Abschlüsse am Klinikum Wels-Grieskirchen

Mit dem ersten einjährigen Aufbaumodul (Upgrade) von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz startete das Ausbildungszentrum für Gesundheits- und Krankenpflege des Klinikum Wels-Grieskirchen bereits im Herbst 2017 als eine der ersten Einrichtungen Österreichs. „Ich habe mich zur Pflegefachassistentin weitergebildet, weil ich mehr wissen möchte und weitere Aufgabenbereiche übernehmen möchte“, sagt Larissa Schlader, Absolventin des Lehrgangs. „Das Schöne an dem Beruf ist, dass man so viel mit Menschen zu tun hat.“ Ihr Kollege Michael Pöllmann bestätigt: „Für mich ist Pflege mehr als ein Beruf. Es ist eine sinnstiftende, bereichernde Aufgabe, Menschen zu pflegen, ihnen mit viel Empathie und Gespür zu begegnen.“ Er hat im zweiten Bildungsweg seine Berufung in der Pflege gefunden.

Bereicherung und Herausforderung

Alle Absolventen des Lehrgangs haben bereits eine fixe Stelle. Die vorausgegangenen Umstellungen forderten Ausbildungseinrichtungen und Arbeitgeber gleichermaßen – die neuen Berufsbilder müssen langfristig in bereits etablierte Strukturen eingearbeitet werden. „Die Änderungen haben Auswirkungen – sowohl auf die Ausbildung als auch auf die Praxis“, reflektiert Karin Zauner, Direktorin am Ausbildungszentrum Wels und Regionalleiterin Wels der FH Gesundheitsberufe. „In Kooperation mit dem Klinikum haben wir die Umstellungsphase gut geplant, um alle daraus resultierenden Ressourcen ideal zu nutzen. Das diplomierte Pflegepersonal hat mit den Pflegefachassistenten optimale Partner für die Zusammenarbeit auf den Abteilungen hinzugewonnen.“

In den Startlöchern

Am 1. Oktober 2018 startete am Ausbildungszentrum Wels die zweijährige Ausbildung für all jene, die den Beruf zur Pflegefachassistenz von Grund auf lernen. Unter den 22 Auszubildenden sind auch Sandra Humer und Dominik Grollmus. Sandra Humer war vorher als Rettungssanitäterin tätig: „Ich möchte Patienten länger begleiten. Daher freue ich mich auf das Arbeiten am Patienten. Das Klinikum Wels-Grieskirchen bietet mit seinen vielen Abteilungen gute Möglichkeiten.“ Weil ihm sein früherer Bürojob nicht die gewünschte Erfüllung brachte, hat sich der ehemalige HTL-Absolvent Dominik Grollmus für den Gesundheits- und Sozialbereich entschieden: „Man geht einfach mit einem guten Gefühl aus der Arbeit, wenn man mit Menschen zu tun hat. Als Pflegefachassistent ist man sehr nahe am Patienten, daher wollte ich genau diese Ausbildung machen.“

Neben der Ausbildung zur Pflegefachassistenz wird am Klinikum Wels-Grieskirchen auch der neue Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege der FH Gesundheitsberufe OÖ angeboten. Am Campus Gesundheit in Wels starteten am 18. September 48 Studierende diesen Lehrgang. 

Weiterführende Information

GuKG (inkl. Novelle 2016) vgl. §83 und §83a

  1. Der Tätigkeitsbereich der Pflegefachassistenz umfasst: die eigenverantwortliche Durchführung der ihnen von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege oder Ärzten übertragenen Aufgaben der Pflegeassistenz gemäß §83/ 2 und 4.

Voraussetzungen für die Ausbildung zur Pflegefachassistenz

  • Zehn positiv abgeschlossene Schulstufen
  • Mindestalter: 17 Jahre
  • Positiv absolviertes Aufnahmeverfahren
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Gesundheitliche Eignung
  • Mehr Informationen dazu auf klinikum-wegr.at – Ausbildung und Karriere – Ausbildungszentrum für Gesundheit und Pflege

 

Pressekontakt Klinikum Wels-Grieskirchen
Mag. Kerstin Pindeus, MSc, A-4600 Wels, Grieskirchner Straße 42,
Tel: +43 7242 415 – 93772, Mobil: +43 699 1416 3772
E-Mail: kerstin.pindeus@klinikum-wegr.at

Mag. Andrea Voraberger
Mag. Andrea VorabergerPflegedirektorin Klinikum Wels-Grieskirchen
Foto: Wels-Grieskirchen
Mag. Karin Zauner
Mag. Karin ZaunerDirektorin Ausbildungszentrum Wels und Regionalleiterin
Foto: Wels-Grieskirchen