Als in den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts der Club of Rome, eine Ansammlung von Experten, ihrer Meinung Ausdruck verlieh, dass Wirtschaftswachstum der falsche Weg sei, da dadurch die vorhandenen Ressourcen zu schnell verbrauchte würden  und nicht genügend Gelegenheit hätten sich zu erneuern, hielt die Welt kurzzeitig den Atem an, um kurz darauf fröhlich weiterzumachen und das Wirtschaftswachstum wurde zur heiligen Kuh der modernen Welt.

Jeder Staat bemühte sich in der Folge darum den Kopf in dem Rennen um das Wachstum weit vorne zu haben. Die Natur und ihr Bedürfnis nach Regeneration und Ruhe war in kurzer Zeit zweitrangig geworden, obwohl eigentlich lediglich der Blick auf die vier Jahreszeiten genügen müsste, um die Not nach Ruhe und Ausgleich zu verstehen.

Aber in der Welt der Technik, die niemals ruht, ist dieser Blick nicht tunlich. Schneller, höher, stärker ist die Maxime und jede, jeder hatte sich dem unterzuordnen, der Wirtschaftsstandort wurde zum Schlagwort unserer Zeit, die Konkurrenz unter den Staaten zum Leitbild, die Zerstörung durch Kriege wurde durch die Zerstörung infolge der Wirtschaftsmaßnahmen abgelöst. Es folgten Begriffe wie „feindliche Übernahme“ von Firmen.

Die Aggressivität, welche früher kriegerische Mächte, wie Heuschrecken über die Staaten herfallen ließ, wurde auf die Wirtschaft übertragen, Sätze wie:“Krieg ist der Vater aller Dinge“ von Heraklit wurden zu „Konkurrenz ist die Seele des Fortschritts“. Die Marktideologie unter bestimmten Regeln erinnert sehr stark an die Genfer Konvention kriegführender Staaten von 1864. Wann dieser Kindergarten endlich vorbei sein wird frage ich mich schön langsam.

China wurde in der Folge zum Marktführer durch den Wirtschaftszuwachs, verbunden mit autoritärer Politik, wie die kriegführenden Staaten vorher. Ein Zeichen aller Mächte früherer Zeit war immer auch autoritäre Herrschaftsideologie. Rom hatte sich diesbezüglich was Besonderes ausgedacht, es wurden Diktatoren auf bestimmte Zeit für Feldzüge ernannt, die anschließend ihre Machtbefugnis an den Senat rückübertrugen bis diese sich in der Spätzeit weigerten und zu Kaisern wurden.

Ähnliche Machtzüge lassen sich auch heute wieder erkennen. Gier bestimmt den Wesenszug des Menschen und die wird nur kurzfristig durch Angst in Zaum gehalten, die sich dann in Solidarität flüchtet. So etwas passiert gerade jetzt. Eine Pandemie schränkt gegenwärtig die Sucht nach mehr ein und wird zur Solidarität, zumindest solange die Angst dauert, das war nach dem zweiten Weltkrieg auch so und Sozialversicherungsgesetze wurden geboren.

Heute würde man diese gerne zurückschrauben. Was weltweit mit der Krankenversicherung und den Spitälern auch gemacht wurde. Das Personal wurde gekürzt und trotz mancher gutgemeinten Kassandrarufe Spitäler und Kosten reduziert, was von den Rechnungshöfen auch immer verlangt wurde.

Jetzt, wo massenhaft Tote, wegen dieser Sozialkürzungen in den verschiedenen Ländern der EinsparerEU, zu beklagen sind, da keine ausreichenden Ressourcen vorhanden  und die Ärzte entscheiden müssen, welche Kranke gut genug fürs Weierleben sind, denkt man wieder sozial bis, ja bis der gewöhnliche Wahnsinn spätestens nach einer gelungenen Impfung wieder losgeht und die Gier wieder Überhand gewinnt.

Ähnliches passierte im zweiten Weltkrieg, die Staaten fanden sich trotz unterschiedlicher Ideologie, um ein Monstrum vom Thron zu stürzen, und kurz darauf wieder in die staatliche Kleingeisterei zu verfallen.

Wir hatten noch Glück, bei uns war der Nährboden für Gesundheitsökonomen sehr lange nicht vorhanden und wurde erst tragend, als die Ökonomisten an die Macht kamen, diese Clique, welche die Einzelinteressen in den Mittelpunkt ihrer Ideologie stellen und die Staatsinteressen verleugneten bis, ja bis eine Seuche ungekannten Ausmaßes sie dazu trieb das Gesamtwohl vor das Einzelinteresse zu stellen.

Aber nicht aus altruistischen Erwägungen sondern nur, frei nach Cicero, weil das Gesamtinteresse ihre Einzelinteressen schützt und dafür müssen wir unsere Grundrechte, für die wir jahrhundertelang gekämpft haben,  zumindest zeitweilig abschaffen, ob das nur eine Generalprobe war, werden wir erst sehen.

Günter Flemmich.

Fortsetzung folgt …


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