Ins Gerede gekommen

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Die pflegenden Angehörigen sind plötzlich ins Gerede gekommen. Das heißt noch lange nicht, dass damit alles gut und geregelt ist. Sie sind, weil sie so viele sind, plötzlich zu einem Marktfaktor geworden. Vom Schwarzmarkt hinüber in den grauen Markt, in dem weiße Schafe von den schwarzen Schafen getrennt werden, das war der erste Schritt. Jetzt aber stellt sich die Frage neu: wer kann, wer wird, sich ihrer annehmen? Sie sind es, die die Pflegelandschaft Österreichs aufrecht halten.

Marketing heißt immer, wie verkaufe ich ein Produkt möglichst gut?

Ob Agentur, ob Pflegekräfte, ob Dienstleistungsbetriebe, sie alle beginnen darüber nachzudenken, welche Leistungen sie ihnen anbieten können. Denn lange genug haben wir immer getrommelt, dass sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Jetzt ist es an der Zeit, jetzt kann es geschehen. Denn 947.000 pflegende Angehörige in Österreich sind ein Segment, wo es sich schon lohnt, zu investieren, sagt der Markt.

Was sie wirklich brauchen? Worauf wir achten müssen, sollen, werden.

Hilfe und Unterstützung muss LEISTBAR sein. Für alle. Immer. Als solidarische Leistung eines Sozialstaates, der sich ihnen verpflichtet fühlt. Es muss ein Angebot sein, das zu ihrer Situation passt. Sie haben Jahr für Jahr im Wert von 3 Milliarden Euro alles getan, was möglich war, um ihre Angehörigen daheim zu pflegen. Jetzt ist es an der Zeit, mit guter und effizienter Alltagsbegleitung, mit einer Bandbreite an mobilen Diensten, mit qualitätsgesicherter 24-Stunden-Betreuung, mit Ersatzpflege, mit kostenlosen Angehörigengesprächen zur psychologischen Unterstützung alles, aber auch alles zu tun, um sie zu entlasten.

Birgit Meinhard-Schiebel (Foto: Johannes Zinner)
Foto: pixabay (CC0)
Birgit Meinhard-Schiebel (Foto: Johannes Zinner)

Birgit Meinhard-Schiebel

Sozialmanagerin, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger www.ig-pflege.at

Foto: Johannes Zinner
2018-11-08T21:21:24+00:009. November 2018|#meinhard-schiebel bloggt, News|