CARO

Ein Classroom Learning Interaction System für die Pflegeaus- und -weiterbildung

VON CLAUDIA SCHEPERS, IMKE MEYER.

Spätestens seit der Corona-Krise ist deutlich geworden, wie notwendig digital unterstützte Lehr-Lernkonzepte für die Pflegeaus- und -weiterbildung sind. Um qualitativ hochwertige Konzepte vorzuhalten, ist es besonders wichtig, dass diese didaktisch fundiert und an die Bedürfnisse von Lehrer*innen sowie Schüler*innen angepasst sind. An der Universität Bremen wurde in der Zeit von 2016 bis 2019 das Projekt „Care Reflection Online (CARO)“ am Institut für Public Health und Pflegeforschung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Mediendidaktik umgesetzt. Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfond (ESF). Ziel des
Projektes war es, eine digital unterstützte Lehr-Lernanwendung zu konzipieren, die im Präsenzunterricht der Pflegeausbildung eingesetzt werden kann. Dieses Ziel wurde erfolgreich umgesetzt: CARO wurde gemeinsam mit Pflegepädagog*innen entwickelt und implementiert. Im aktuellen Projekt „CAROplusONKO – Care Reflection Online für die Onkologische Fachweiterbildung“ (gefördert vom BMBF) wird die CARO Anwendung für den Kontext
der Onkologischen Fachweiterbildung weiterentwickelt und angepasst.

Leistungsbezogene Bezahlung?

Oder: Wie man allen die Butter vom Brot nimmt

VON ESTHER MATOLYCZ.

Immer wieder einmal wird gefordert, dass Lehrer*innen (doch endlich) nach Leistung zu bezahlen seien1,2. Professionalist*innen stehen längst (und zunehmend!) unter dem Druck, zu zeigen, was sie denn den lieben, langen Tag so tun – und die Forderung nach „leistungsorientierter“ Bezahlung wäre ein nächster Schritt. Die Absicht dahinter ist klar: jede Redundanz, jeder Leerlauf soll aus dem beruflichen Handeln gepresst werden, weil man größtmögliche Leistung zum kleinstmöglichen Preis will. Das hat weitreichende Folgen.

Validierungsverfahren für die Ausbildung in der Pflegefachassistenz – ein Pionier*innenprojekt

VON DORIS PFABIGAN, INGRID ROTTENHOFER.

Wertvolle Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen die im Rahmen von Berufsleben, Weiterbildungen, zu Hause oder in der Freizeit und damit außerhalb des formalen Bildungssystems erworben wurden, über Validierungsverfahren zu ermitteln, zu dokumentieren und zu
bewerten und sie so nutzbar zu machen kann unterschiedlichen Zielsetzungen dienlich sein: Validierungsverfahren können beispielsweise genutzt werden, wenn jemand ins formale Bildungssystem zurückkehren möchte, um eine neue bzw. höhere Qualifikation zu erwerben, oder eine Gleichhaltung von (Berufs-)Bildungsabschlüssen anzustreben. Das Gesundheitsressort beauftragte die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Jahr 2018 damit, ein Validierungsverfahren für die Ausbildung in der Pflegefachassistenz zu entwickeln und im Rahmen eines Pilotprojektes zu erproben.

Baustelle Kompetenzbereinigung zwischen Bund und Ländern.

Woran es krankt und was jetzt zu tun ist?

VON ROLAND NAGEL.

Die Kompetenzzersplitterung zwischen Bund und Ländern ist seit Jahren ein wohlbekanntes Thema. Getan hat sich wenig. Auch wenn mittlerweile viele Expert*innen im Gesundheitswesen der Meinung sind, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, endlich bekannte Unstimmigkeiten
zu beseitigen. Gesundheit und Soziales ist in erster Linie aus einer Hand zu finanzieren und auch zu Denken. Die Bereinigung von nicht nachvollziehbaren Eigenheiten in den Bundesländern im Kontext Pflege wird bei der bestehenden Fülle der Divergenzen einige Zeit beanspruchen.

Vorsicht – Sedation bei erhöhtem Risiko

Einsatz und Rolle der Gesundheits- und Krankenpflege

VON ELENA CAMENZIND.

In Europa wird die Ausführung der Sedation bei gastroenterologischen Endoskopien von unterschiedlichen medizinischen Fachpersonen durchgeführt. Mit gezielter, repetitiver Schulung und neuen Weiterbildungsmöglichkeiten können Pflegende die Sedationen mit erhöhter
Patient*innensicherheit und Versorgungsqualität durchführen.

Machen wir das Richtige und machen wir es richtig?

VON VIKTORIA REDL.

Diese Frage beschäftigt die Pflege seit jeher. Um die Pflegequalität in der eigenen Einrichtung zu erheben,
werden unter anderem Fallanalysen durchgeführt. Hierzu wird die Dokumentation einzelner Fälle mit einem großen Zeitaufwand manuell reviewt. Die Ergebnisse werden anschließend für Schulungszwecke oder zur Maßnahmenableitung herangezogen. Um ein kontinuierliches und effizientes Controlling implementieren zu können, soll es möglich sein, aus der Routinedokumentation der Pflege im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse die Pflegeergebnisqualität abzuleiten.

„Wenn der Notfall eskaliert“

Aggressions- und Deeskalationsmanagement in einer Klinik für Notfallmedizin

VON ALEXANDER STRELI.

Aggression und Gewalt gegenüber dem Gesundheitspersonal sind zunehmende Begleiter*innen des Arbeitsalltages. Interprofessionell berichten 85% der Mitarbeiter*innen in Gesundheitseinrichtungen von regelmäßigen Beschimpfungen und Bedrohungen seitens der Patient*innen und Angehörigen. Eine diesbezügliche Nachsorge findet nur zum Teil statt. Bezüglich des Assessments von Aggression lässt sich speziell im Bereich der Notfallversorgung ein sogenanntes „Underreporting-Phänomen“ erkennen (Richardson et al., 2018).

Transkulturelle Pflege – alles nur Theorie?

VON GERTRAUD WIESBAUER.

Die zunehmende Multikulturalität im österreichischen Gesundheitsbereich zeigt sich deutlich: Pflegepersonen versorgen täglich Personen aus anderen Kulturen. Auswirkungen dieser Entwicklung und Perspektiven für einen gelingenden transkulturellen Umgang können durch Erkenntnisse aus der Praxis aufgezeigt werden: Im Jahr 2018 wurden mittels eines empirisch-qualitativen Forschungsdesigns weibliche diplomierte Pflegepersonen und Auszubildende in einem Akutkrankenhaus befragt, folgende Ergebnisse liegen vor.

Acht Jahre Intensivtagebuch.

Ein Erfahrungsbericht der Anästhesiologischen Intensivstation an der Klinik Favoriten

VON SILKE TREMMEL, ALBERT KRUMPEL.

Während bei der Betreuung von Intensivpatient*innen oftmals intensivmedizinische Interventionen sowie modernste technische Ausstattung im Vordergrund stehen, ist in den letzten Jahren die Lebensqualität zunehmend in den Fokus gerückt. Das Ziel der Behandlung
besteht darin, die Betroffenen so rasch wie möglich in einen wachen, ansprechbaren Zustand zu bringen. Dadurch können unterstützende technische Geräte, wie z.B. ein Beatmungsgerät, entfernt und so mögliche Komplikationsrisiken reduziert werden. Bewusstlosigkeit und/oder eine Bewusstseinseintrübung greifen in physische und psychische Bereiche der Betroffenen traumatisch ein und erfordern in einigen Fällen einen langen rehabilitativen Weg. Ein Intensivtagebuch gibt den betroffenen Menschen die Möglichkeit, die erlebten Ereignisse und Träume richtig zuzuordnen bzw. zu verstehen.

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