Selbstbewusste Pflege

Roland Nagel im Interview

Sehr geehrter Herr Nagel, wir freuen uns, dass Sie sich Zeit für das Interview genommen haben.
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Politikwissenschaftler, MBA in Sozialmanagement und Leadership, Studium des höheren Pflegemanagements – ein beachtlicher Werdegang. Können Sie uns ein paar Worte zu Ihren „Stationen“ sagen?

Ich habe vor einem knappen Vierteljahrhundert in Wien mit der Ausbildung zum Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen. Mein damaliger Klassenvorstand hat uns häufig nahegelegt, sich in jungen Jahren möglichst viele Pflegesettings anzusehen, sodass ich motiviert war diese Aufforderung in meinem beruflichen Werdegang in die Tat umzusetzen. Nach dem Diplom konnte ich zunächst einige Jahre Erfahrungen im Akutbereich, also im Krankenhaus, sammeln. Bereits nach kurzer Zeit war mir klar, dass ich mich in meiner persönlichen Bildung breiter aufstellen will. Die Verwirklichung der von Ihnen bereits skizzierten Bildungsstationen führte mich auch in andere Pflegesettings. Damit konnte ich also auf zwei Wegen meinen Horizont erweitern; einerseits in der gelebten Pflegepraxis (Akutbereich und Langzeitpflegesektor) und andererseits in der weiteren theoretischen Fundierung […]

 

Gesundheitsrisiko Klimawandel

Ein kurzer Überblick

VON HANS-PETER HUTTER.

Der Klimawandel ist eine der größten globalen Gesundheitsgefahren dieses Jahrhunderts. Zahlreiche, teils drastische Folgen der Klimaänderung auf die körperliche und psychische Gesundheit sind wissenschaftlich belegt. Bei uns sind dies vor allem Auswirkungen der Temperaturextreme und extremer Witterungsereignisse wie Überschwemmungen und Vermurungen, global der Verlust von Lebensraum. Sekundäre Folgen sind Migrationsbewegungen und der Kampf um knappere Ressourcen […]

Gemeinsam war gestern

Populäre Wegbereiter der Entsolidarisierung

VON ESTHER MATOLYCZ.

Die vorherige Ausgabe des pflegenetz.magazin hatte an dieser Stelle eine eventuell nicht ungefährliche Rhetorik zum Thema: aus der (bedingt gegebenen) Möglichkeit, die eigene Gesundheit mitzugestalten, wird vielfach eine unzulässige Umkehrung. Wer krank ist, dem wäre das nicht gelungen. Dies wird (und das macht die Sache ja so gefährlich) nicht direkt ausgesprochen, ist aber implizit gesetzt – jedenfalls scheint diese Lesart möglich. Heute soll an dieser Stelle angeschlossen und gefragt werden, wie soziale Schwierigkeiten (seien sie etwa aus Krankheit entstanden) gesamtgesellschaftlich behandelt werden und mit welchen Denkfiguren dabei hantiert wird, denn diese aktuelle Frage geht Pflege nicht nur indirekt, sondern ganz direkt an […]

Zuhause im Pflegeheim

Normalität im Pflege- und Betreuungsalltag

VON NICOLE BACHINGER-THALLER.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen im Alter möchte zuhause leben, ein Pflegeheim stellt keine wünschenswerte Alternative dar. Diese Tatsache regt nun Anbieterinnen und Anbieter von Pflege und Betreuung an, tradierte Strukturen zu überdenken. Es gilt, ein Pflegeheim als einen Wohnort zu gestalten, dessen Abläufe vertraut sind und Beteiligungsmöglichkeiten anbieten. Mit dem Konzept der Lebensweltorientierung nach Karla Kämmer bemüht sich das Diakoniewerk genau darum […]

Therapiehunde im Dienste benachteiligter Mitmenschen

VON FRITZ ROTH.

Die Gesichtszüge entspannen sich, während sich der Blick Richtung Tür wendet. Die Mundwinkel gehen leicht nach oben und dabei ertönen Töne der Vorfreude. Dabei handelt es sich um Tamara, ein Mädchen mit schweren Behinderungen, sowohl im Bewegungsapparat wie auch im neuralen Bereich. Auch die anderen Kinder haben unser Ankommen bemerkt und werden dabei lebhafter. Viele unterschiedliche Gesten zeigen die Freude über unser Kommen. Nach der ersten Begrüßungswelle und viel Schwanzwedeln werden die Kinder der Reihe nach auf Matten auf den Boden gelegen. Die Therapiehunde, es sind immer zwei im Einsatz, sind ein eingespieltes Team. Sie legen sich eng an die Kinder, sodass diese die Wärme, das Fell und das rhythmische Atmen intensiv erfahren können. Auch Tamara kommt so in den Genuss der besonderen Zuneigung […]

In einem Jahr zur Pflegefachassistentin und zum Pflegefachassistenten

Eine Ausbildung stellt sich vor

INTERVIEW MIT VERA EM, GESCHÄFTSFÜHRERIN AWZ SOZIALES WIEN.

Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege der Aus- und Weiterbildungszentrum Soziales Wien GmbH bietet 2018 erstmals eine besondere Form der Ausbildung in der Pflegefachassistenz an. Was ist darunter zu verstehen?

Innerhalb eines Jahres können Pflegeassistentinnen und -assistenten (vormals Pflegehelferinnen und -helfer) die Ausbildung zur Pflegefachassistentin sowie zum Pflegefachassistenten absolvieren. Es werden dabei die Inhalte des zweiten Ausbildungsjahres der (grundsätzlich zweijährigen) Ausbildung zur Pflegeassistentin und zum Pflegeassistenten vermittelt. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass es sich dabei um eine besondere Zielgruppe handelt […]

„Let’s talk about my generation”

Generationenvielfalt im Pflegeberuf – einmalige Chance oder notwendiges Übel?

VON EVA FAUL.

Ausgegangen von dem Aufschrei der Jugendlichen der 60er/70er Jahre wird eine kurze Überschau über die Entstehung und Verwendung des Generationenbegriffes gegeben. Am Beispiel des Pflegeberufes wird das Zusammenwirken einer Vielfalt an Generationen im beruflichen Kontext erörtert, sowie mittels gezielter Fragen die Bedeutung von „Generation“ erklärt. Die Berufsgruppe der Pflegenden könnte zukünftig für Politik und Gesellschaft ein Vorbild in Richtung Generationenverständigung sein […]

„Und irgendwann erwarten sie dann, dass wir doppelt so schnell arbeiten“

Wie Zeitknappheit und gesetzlich Rahmenbedingungen in der Pflege zusammenhängen

VON HEIDEMARIE STAFFLINGER.

Die professionelle Pflegewelt erlebt aktuell starke Veränderungen. Neue Pflegekonzepte werden eingeführt, Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz nehmen zu, immer ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch zeitintensive Dokumentationspflichten und Qualitätssicherung stellen die Beschäftigten tagtäglich vor große Herausforderungen und die Zeit für die klassische Pflege und Betreuung ist häufig zu knapp. Trotz unterschiedlicher Vorgaben in allen Settings – eines eint: die gesetzlichen Mindestvorgaben sind größtenteils noch aus den 1990er-Jahren und haben wenig Anpassung erlebt […]

Die Überlastungsanzeige

Eine Anleitung zum lauten Schreien statt Selbstausbeutung

VON EXPERTINNEN UND EXPERTEN DER ABTEILUNG GESUNDHEITSPOLITIK DER NIEDERÖSTERREICHISCHEN ARBEITERKAMMER.

Pflegepersonen sind normale Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Es gibt Jüngere und Ältere, Belastbare und Kräftige genauso wie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen. Die Bestimmungen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes verpflichten die Arbeitgeberin und den Arbeitgeber diesen Umstand bei der Zuteilung der Arbeit zu berücksichtigen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die Arbeitsbedingungen so zu regeln, dass die Gesundheit der Arbeitnehmenden soweit wie möglich geschützt werden. Dies gilt insbesondere hinsichtlich Konstitution, Körperkraft, Alter und Qualifikation. Verstößt die Arbeitgeberin oder er Arbeitgeber gegen diese Bestimmung aus dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, begehen sie eine Verwaltungsübertretung und setzt sich daher der Gefahr einer Verwaltungsstrafe aus […]

Die Lösung des aktuellen Rätsels finden Sie hier ab 16.04.2018
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