Angesichts der steigenden Corona-Fälle sind kurzfristige Projekte gefragt: Die „Plaudertaste“ biete einsamen SeniorInnen einfachen Kontakt mit geschulten GesprächspartnerInnen

Wien (OTS) – „Der Pakt gegen Alterseinsamkeit ist eine sinnvolle und notwendige Initiative der Bundesregierung. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen ist rasches Handeln von Nöten. Der Samariterbund bringt gerne seine Expertise ein. Denn beim letzten Lockdown hat sich gezeigt, dass bei alleinstehenden, älteren Personen und bei BewohnerInnen von Pflegeeinrichtungen die Besuchsverbote zu massiven Problemen geführt haben“, erklärt Wolfgang Dihanits, Geschäftsführer des Samariterbundes. „Dass Alterseinsamkeit ein großes Thema in unserer Gesellschaft ist, wissen wir schon lange. Doch Corona zwingt uns nun zum raschen Handeln“, so Dihanits weiter. Einsamkeit begünstigt die Entstehung von Depression, verstärkt Mobilitätseinschränkungen und den Abbau von kognitiven Fähigkeiten sowie Krankheitssymptome. Zudem belegen Untersuchungen eine Korrelation zwischen Einsamkeit und Demenz. Laut einer US-Studie ist „Einsamkeit so schädlich wie 15 Zigaretten täglich“.

Mehrstufen-Plan notwendig

Der Samariterbund-Geschäftsführer spricht sich für ein Mehrstufen-Plan aus: Langfristig müssen wir den Pflegeberuf attraktivieren und mehr Mut zu neuen Betreuungsmodellen haben. Mittelfristig kann durch die Aufwertung des Freiwilligen Sozialen Jahrs für junge Menschen das Berufsfeld interessanter werden. Den Ansatz „vermehrt die Gesundheitsförderung im schulischen Bereich zu verankern“ begrüßt der Samariterbund und bringt gerne seine Kompetenzen ein. „Nur wer in jungen Jahren lernt, auf ausgewogene Ernährung und gesunden Lebensstil zu achten, kann im Alter davon profitieren“, so Dihanits.

Projekt „Plaudertaste“ rasch realisierbar

„Jedoch brauchen wir kurzfristig Projekte, die das Leid der Betroffenen lindern. Denn Einsamkeit macht krank“, so Dihanits. Der Samariterbund könnte ein Projekt gegen Einsamkeit rasch realisieren: Die „Plaudertaste“ biete KundInnen unkomplizierten Kontakt zu geschulten MitarbeiterInnen, die sich Zeit zum Reden nehmen. Dieses mögliche Projekt biete eine Win-win-Situation: Ältere Menschen könnten so einfach Anschluss zur Außenwelt haben, die geschulten GesprächspartnerInnen könnten sich ein Bild über den Gesundheitszustand und die Tagesverfassung der AnruferInnen machen. Das Projekt könnte laut Dihanits nach Beauftragung und entsprechender Kostenabgeltung sehr kurzfristig realisiert werden.

Abschließend bedankt sich Geschäftsführer Wolfgang Dihanits nochmals für die Initiative bei Bundeskanzler Sebastian Kurz und freut sich auf eine Fortsetzung dieses konstruktiven Weges.​


Originalbeitrag: OTS0152, 7. Sep. 2020
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Foto: Arbeiter Samariter Bund Österreichs