Neuerlich erweist sich der neue Bildungsminister als Totengräber des österreichischen Bildungssystems. Nicht nur dass er die Wissenschaft grundsätzlich leugnet und Kinder schon in der dritten Volksschule als qualifiziert für das Gymnasium beurteilt sehen möchte, will er nun die Möglichkeit Studienfächer auszusuchen begrenzen.

Irgendwie erinnert mich das an die DDR, welche Studien für Menschen, die keine Arbeiter waren überhaupt ausschloss.

Universitäten sind kein Spielball für Möchtegern Allgewaltige, welche die pädagogisch-wissenschaftliche Entwicklung leugnen und gerne in das 19.Jahrhundert zurückkehren wollen, wo Bildung nur einer begrenzten Bevölkerung privilegierter Familien zur Verfügung gestellt wurde.

Bald wird die Universität, welche Lern- und Lehrfreiheit garantiert und daher jede Einschränkung und Einmischung zurecht ablehnt zur Fachschule degradiert werden, die nur vorgegebene Inhalte verbreiten darf und für wirtschaftliche Tätigkeiten ausbildet und nicht, wie einst Firnberg postulierte für die geistige Entwicklung der jungen Menschen da ist.

Unverständlich ist, dass das die Grünen zulassen oder erkennen sie nicht, wohin die Reise geht. Hier sollen nicht kritische Menschen in ihrer Entwicklung gefördert werden sondern Jasager für spezielle Fachtätigkeiten produziert werden, das war schon zu Kaiserzeiten gewünscht und wird hier und heute über die Hintertür wieder eingeführt.

Schon La Rochefoucauld bemerkte einmal, dass Schule eine bestimmte Wissensvermittlung mit einer bestimmten Herrschaftsform verbindet und es liegt mE. darin welche Ziele dahinter stehen.

Gegenwärtig wird die Aufklärung meiner Jugend durch eine bestimmte Law und order Form abgelöst. Dahinter steht auch das Interesse, weniger Studienabgänger durch mehr Lehrabsolventen abzulösen.

Da ich beides bin und genau weiß, welche unterschiedliche Qualifikation und Möglichkeit hinter beiden Ausbildungsformen stehen, bin ich auch ein konsequenter Verfechter des freien Hochschulzugangs für alle Menschen und lehne jede Begrenzung aus welchen Gründen auch immer ab.

Schließlich ist die Wahl einer Ausbildungsart- und Einrichtung eine höchstpersönliche Entscheidung des freien Willens und darf nicht aus vordergründigen Gründen autoritärer Staatsmacht schon in den Vorschulzeiten, wo Kinder diesen freien Willen noch gar nicht bilden können, einer bestimmten Lobby geopfert werden.

Die Fähigkeit des/der Einzelnen gesellschaftliche Positionierung zu entwickeln liegt letztlich an der Möglichkeit Erkenntnisse aus der Abfolge von Ereignisse zu ziehen, dafür erforderlich ist das nötige Wissen und die nötige Kenntnis von den Zusammenhängen und den Folgen, die sich daraus ergeben. Ohne die Bildung, die dafür erforderlich ist, ist das unmöglich, das habe ich im Laufe meines langen Lebens leidvoll erfahren müssen.

Mit den Kenntnissen meines Lehrabschlusses wäre mir das nie möglich gewesen, ich habe schrittweise dazugelernt, erst durch mein folgendes Abitur und danach meiner juristischen Studien und  durch meine jahrzehntelange Tätigkeit, wurde mir das möglich und ich bin zu der Ansicht gelangt, dass nur der freie und uneingeschränkte Zugang zur Bildung mir diese Einsicht ermöglicht hat, wofür ich denen, die den freien Hochschulzugang ermöglicht haben insbesondere Herta Firnberg noch heute danke.

Diese Möglichkeit darf niemals, aus welchen Gründen auch immer, wieder beschränkt werden und eine Verschulung, anstatt freiem Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie Bezahlung von Bildung durch Bildungswerber, ähnlich den USA ist abzulehnen. Optima semper libera sunt.

Günter Flemmich

Fortsetzung folgt …


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