Weil es wichtig ist und viele betrifft

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Das Pflegegeld ist seit Jahrzehnten eine fixe Einrichtung, die vor allem die Pflege und Betreuung daheim sichern soll. Sie gilt als Pflegeergänzungsleistung. So weit, so gut; oder so weit, so schlecht. Es wurde in den letzten Jahren nur einmal valorisiert. Das heißt, um die Indexstufe angepasst. Seither ist wieder Stille. Die Ankündigung, dass es nun wieder angehoben werden soll, wäre ein Lichtblick. Aber ist es einer? Wenn die Valorisierung nur ab der Stufe 4 erfolgt? Und: heißt das, dass es ab nun jährlich valorisiert wird? Oder doch nicht?

Die Diskussion darum hat noch nicht angefangen und ist noch nicht angekommen. Denn die meisten BezieherInnen des Pflegegeldes sind in den Stufen 1 bis 3, so lange sie daheim gepflegt und betreut werden. Sie leben seit langem mit dem Wertverlust des Pflegegeldes. Die Kosten für die Pflege und Betreuung daheim aber sind im Laufe der Zeit Jahr um Jahr gestiegen. Während das Pflegegeld an Kaufkraft verloren hat. Pflegeprodukte sind teurer geworden, die Lebenshaltungskosten sind gestiegen, das gilt auch für pflegebedürftige Menschen. Wer also kommt für die Differenz auf? Wo muss gespart werden, damit „es sich noch ausgeht“? Über 450.000 Menschen beziehen Pflegegeld. Würden all jene, deren Pflegegeld nicht erhöht wird, auf die Straße gehen, um dagegen zu demonstrieren, wäre wieder einmal der Heldenplatz in Wien mehr als gefüllt… Ohne Lobby geht es nicht, das lehrt uns das Leben.

Birgit Meinhard-Schiebel (Foto: Johannes Zinner)
Foto: pixabay (CC0)
Birgit Meinhard-Schiebel (Foto: Johannes Zinner)

Birgit Meinhard-Schiebel

Sozialmanagerin, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger www.ig-pflege.at

Foto: Johannes Zinner
2018-10-04T08:45:16+00:004. Oktober 2018|#meinhard-schiebel bloggt, News|