Immer mehr Menschen geraten in die Falle Burnout oder steigen im besten Falle aus dem System aus, um sich komplett zu verändern. Warum das so ist und welche Maßnahmen wir treffen können, um entgegenzuwirken, können Sie in den nächsten Ausgaben in der Kolumne „Wenn die Uhr tickt!“ lesen.

Von Maria Auer.

Die Entstehung von Stress und Burnout

Wir alle wissen, dass Stress – sogenannter EUSTRESS – etwas Positives ist. Stresssituationen signalisieren unserem Gehirn, konkret der Amygdala, Alarmbereitschaft. Chemische Botenstoffe werden von der Amygdala an Gehirn und Körper ausgesendet und sorgen für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Spannung, um schnell zu reagieren. Wir sind dadurch im Stande, außerordentliche Dinge zu vollbringen. Das ist überlebensnotwendig für uns! In Bruchteilen von Sekunden können wir uns in einer Gefahrensituation zwischen Kampf, Flucht oder Totstellen entscheiden. Seit Urzeiten wird uns dies in die Wiege gelegt, um uns zu schützen.

Das Gehirn bewertet ständig die Umgebung:

  • Droht eine Gefahr?
  • Kann ich die Situation überblicken?
  • Fühle ich mich sicher?
  • Habe ich genug persönliche Kraftreserven?
  • Habe ich Unterstützung von anderen?
  • Ist die Situation unter Kontrolle?

„Normaler Stress“ ist für den Menschen wichtig, denn seine Leistungsfähigkeit nimmt dadurch zu, das Gehirn ist unter Stress aktiviert und lernbereit.

  • Neue neuronale „Verschränkungen“ können sich leichter bilden und festigen.
  • Das Gehirn speichert neue Erfahrungen und lernt.
  • Kurzfristiger Stress macht uns stärker.
  • Erfolgreich bewältigter Stress ist eine wichtige Lebenserfahrung.

Auf jede Anspannung muss aber auch Entspannung in einem ausgewogenen Maß erfolgen, ansonsten entsteht DISTRESS. Das Maß zwischen Anspannung und Entspannung muss jeder für sich selbst definieren. Ist der Mensch durch Druck (selbst oder fremd auferlegt) permanent oder zu viel in angespanntem Zustand, so beginnt sich, vorerst meist unbemerkt, ein „Kabelbrand“ auszubreiten, da die Amygdala ständig Botenstoffe an Gehirn und Körper aussendet und so das gesamte System durcheinander bringen kann. Bei Nichtbeachten der schleichenden Symptome kann das bis zum völligen Zusammenbruch (Burnout) des Menschen führen.

Meine persönliche Empfehlung:

Achten Sie auf sich und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn die Menschen sind das wichtigste Gut einer Organisation. 

In der nächsten Ausgabe lesen Sie mehr darüber, warum das Phänomen Burnout gerade jetzt und vermehrt in unserer industrialisierten Welt auftritt.

Quellen- und Literaturangabe: Maria Auer, AV Akademiker Verlag (2013): Burnout – chice Modekrankheit oder ernsthafte Bedrohung?

Maria Auer, diplomierte Lebens- und Unternehmensberaterin, arbeitete 30 Jahre als Führungskraft im Bankenwesen. Nach positiver Verarbeitung eines schweren Schicksalsschlages beschloss sie, ihr Leben grundlegend zu verändern und stieg aus dem „System“ sehr bewusst aus. Heute inspiriert sie, als Rednerin auf Bühnen, als Buchautorin und als Coach, Menschen, mehr (Selbst)-Bewusstsein und damit mehr Selbstbestimmung in ihr Leben zu bringen um letztendlich erfolgreich und glücklich zu sein.
Kontakt: maria.auer@chancenmanufaktur.at
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