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Pflegende Angehörige und Zugehörige sind immer noch nicht „sichtbar“, treten nicht auf, um für ihre Anliegen zu kämpfen. Ihnen das zum Vorwurf zu machen, wäre unfair. Sie sind es, die nicht nur immer schon, aber jetzt noch mehr denn je, das System aufrecht halten. Auch unter immer schwieriger werdenden Bedingungen. Was jetzt, nach den 7 Monaten der Pandemie, im Rampenlicht steht sind vor allem die Auswirkungen auf die Psyche. Weil monatelanger Streß, Unsicherheiten, existenzielle Sorgen, Hoffnungen, Perspektivlosigkeit sehr vielen Menschen zu schaffen macht, mehr und mehr.

Es ist genau der Moment, der richtige, mit einer 11. Forderung der ig-pflege.at aufzutreten: für psychosoziale, kostenlose Unterstützungsangebote während des gesamten Pflegeprozesses. Denn schon seit der Studie „Angehörigenpflege in Österreich 2018“ ist klar, dass vor allem die psychische Belastung für pflegende Angehörige und Zugehörige im Verlauf steigt und erdrückend wird.

Um aber auch über Erfolge zu reden, die zur Entlastung führen:
Unsere Forderung nach einem pflegefreien Tag pro Monat wird möglichst rasch in zwei Pilotprojekten umgesetzt. Die Kosten für die Bereitstellung einer Ersatzkraft für diesen Tag pro Monat werden vom Bund übernommen. So geht das Bohren harter Bretter, beharrlich, ohne jemals müde zu werden.

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Birgit Meinhard-Schiebel (Foto: Johannes Zinner)

Birgit Meinhard-Schiebel

Sozialmanagerin, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger www.ig-pflege.at

Foto: Johannes Zinner