Liebe Beteiligte,
Liebe Interessierte,

Der 3länderkongress Pflege in der Psychiatrie in Wien 2018 trägt den Titel „Gute Arbeit”. Der Titel ist eine Aufforderung für uns zum Innehalten. Wir wollen darüber nachdenken, wie wir gute Arbeit im psychiatrischen Rahmen definieren und verstehen möchten. Manchmal neigen wir dazu ein Projekt nach dem anderen durch die Institutionen, Stationen und Bereiche zu jagen, ohne die Auswirkungen und die Nachhaltigkeit auf Qualitätsgewinn und auf Verbesserung der Zufriedenheit aller Beteiligten zu prüfen.

Arbeit hat einen großen Anteil in unser aller Leben und gute Arbeit zu leisten, trägt zur Identitäts-und Sinngebung von Menschen bei. Darüber wissen wir in der psychiatrischen Pflege und Betreuung ganz gut Bescheid. Hinzu kommt, dass nicht nur die Pflegenden und Betreuenden definieren, was gute Arbeit sit. Vielmehr gewinnt das subjektive Erfahrungswissen der Betroffenen zunehmend an Bedeutung. Auch aus diesem Grund werden zunehmend Strategien entwickelt, um NutzerInnen (Peers), Angehörige und PatientInnen in die zu erbringende Arbeit einzubinden. Solche Maßnahmen haben einen großen Einfluss auf das Ergebnis von Arbeit und spielen somit auch in der wissenschaftlichen Diskussion im Hinblick auf die Belege guter Arbeit („evidenzbasierte Psychiatrie“) eine wichtige Rolle.

In der Physik wird Arbeit als Kraft x Weg definiert und über diese Definition lässt sich auch in der psychiatrischen Pflege trefflich diskutieren. Wieviel Kraft setzen wir physisch, kognitiv und emotional ein? Welchen Weg möchten wir gehen und welches Ziel wollen wir erreichen? Was verstehen wir unter „guter Arbeit“ im psychiatrischen Setting? Solcherlei Fragen möchten wir durch diesen Kongress in Wien, durch Ihr Mitwirken, beantworten und gemeinsam diskutieren und somit einer breiten Gruppe zugänglich machen.

„Gute Arbeit“ wird erst unter bestimmten Arbeitsbedingungen und Freiräumen von Beschäftigten möglich. Was ist „gute Arbeit“ aus der Perspektive von Arbeitnehmenden?

Aus der Arbeitsforschung (Rivkin 2016) wissen wir, dass Arbeit dann als sinnstiftend wahrgenommen wird, wenn sie als nicht getrennt von sich selbst erlebt wird. Dazu müssen drei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Das Bedürfnis nach Autonomie – also selbst entscheiden zu können, was und wie es getan wird.
  2. Das Bedürfnis nach Kompetenz – das tun können, worin wir gut sind.
  3. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit – also in der Zusammenarbeit gut mit den KollegInnen klar kommen und sich einer Gruppe zugehörig fühlen.

Bei dieser Aufzählung lässt sich unschwer die Dimension guter Arbeit aus Sicht der Beschäftigten erkennen.
Wann aber hat die psychiatrische Pflege und Betreuung gute Arbeit geleistet und wer bestimmt das? Woran erkennen wir, ob wir gute Arbeit geleistet haben?
Wird „gute Arbeit“ anhand der Zufriedenheit von PatientInnen, KlientInnen, NutzerInnen, Angehörigen, Kostenträgern oder anderen sicht- und messbar? Oder benötigen wir Qualitätsindikatoren für die psychiatrische Pflege oder gibt es diese vielleicht schon? Was kann die psychiatrische Pflege zu einer guten interprofessionellen Zusammenarbeit beitragen? Wie können pflege- und patientensensitive Ergebnisse in der psychiatrischen Pflege und Betreuung dargestellt werden?

Sie sehen, es stellen sich auch für uns in der täglichen Arbeit Fragen über Fragen, welche wir bestmöglich gemeinsam mit Ihnen und mithilfe Ihrer Beiträge beantworten möchten. Was können und müssen wir in den unterschiedlichen Berufsfeldern wie Pflegepraxis, Pflegemanagement, Pflegebildung und Pflegewissenschaft tun, um uns „guter Arbeit“ anzunähern? Wir laden Sie herzlich ein, sich mit Ihren Beiträgen zum Thema „gute Arbeit“ mit uns und den Teilnehmenden auf den Weg zu begeben, mit dem Ziel „gute Antworten“ und „gute, erfolgreiche Arbeitsweisen“ aufzuzeigen, um daraus zu lernen und sich weiter zu entwickeln. Reichen Sie dazu ihre Abstracts für Vorträge, Workshops, Symposien und Poster ein, um den Kongress zu bereichern.

Der 15. 3länderkongress für psychiatrische Pflege stellt eine Plattform zur Verfügung, um gute Arbeit im psychiatrischen Setting sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Klinik zu reflektieren. Wir freuen uns Sie am 27. und 28. September 2018 nach Wien, ins Parkhotel Schönbrunn, einladen zu dürfen.
Die Einladung richtet sich an jene Gesundheitsberufe, welche im stationären oder ambulanten psychiatrischen Versorgungsbereich tätig sind. Wir möchten Sie dazu ermutigen, Ihre Arbeitsweisen, Ihre Praxis- und Forschungsprojekte, welche sich mit guter Arbeit auseinandersetzen oder einen Beitrag dazu liefern, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies ermöglicht allen vom Austausch zu profitieren, ein weiteres Feld der professionellen psychiatrischen Pflege zu erschließen und Standpunkte zum aktuellen Thema entwickeln zu können.

Der Kongress wird im bekannten Parkhotel Schönbrunn mit seinem sensationellen geschichtsträchtigen Ambiente stattfinden.

Wir sind überzeugt, dass der Kongress 2018 dank Ihrer Beiträge aufzeigen wird, wie psychiatrisch Pflegende ihren Arbeitsbereich eigenverantwortlich und eigenständig gestalten, welche Entwicklungen in der Pflege stattfinden und wie diese zur Qualität in der psychiatrischen Gesundheitsversorgung beiträgt.
Wir laden Sie ein, sich für diese einzigartige Veranstaltung anzumelden.

Mit der Teilnahme an dem Kongress halten Sie nicht nur Ihre Fachlichkeit auf hohem Niveau, sondern kommen auch in den Genuss gesellschaftlicher, kultureller und persönlicher Begegnungen. Der Kongress bietet ferner die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Er bietet Ihnen die Chance sich durch neue Ideen inspirieren zu lassen und motiviert an Ihre Arbeit und zu Ihren Kolleginnen und Kollegen zurückzukehren.
Gestalten Sie mit uns gemeinsam diesen 15. 3länderkongress Pflege in der Psychiatrie in Wien und nutzen Sie den Kongress als Ideenspender und Sprachrohr der psychiatrisch Pflegenden.

Literatur:

Rivkin, W. (2016) Arbeit muss einen Sinn für uns haben. Interview mit einem Arbeitspsychologen. Verfügbar über: Link, Zugriff am 22.10.2017

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie auch auf folgenden Webseiten:

www.pflege-in-der-psychiatrie.eu
www.pflegenetz.at

Für weitere Fragen zum Kongress steht Ihnen Harald Stefan oder pflegenetz zur Verfügung.
Kontakt: haraldstefan@gmx.at oder melanie.kramer@medical-update.net

Wir freuen uns, Sie in der Kongress- und Genussstadt Wien im September 2018 begrüßen zu dürfen.

Für das Kongresskomitee:

Prof. Dr. Sabine Hahn
Dr. Harald Stefan, MSc
Dr. Michael Schulz
Christian Burr, MScN
Udo Finklenburg
Mag. Anna Hegedüs
Dr. Susanne Schoppmann
Prof. Dr. Ian Needham
Caroline Gurtner, MScN
Jacqueline Rixe, MSc