Tatort Pflege: Umgang mit Trauer und Tod - Was passiert nach dem Tod?

Der Tod gehört zu den größten Herausforderungen unseres Lebens, sowohl für die Betroffenen als auch für Angehörige und Pflegekräfte. In dieser Folge sprechen wir über den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und werfen einen Blick auf die biologischen, ethischen und emotionalen Aspekte dieses sensiblen Themas.
Unsere Gästin ist Claudia Dunkel, erfahrene Trauerbegleiterin. Sie stellt sich zu Beginn vor: Ihr Werdegang, ihr berufliches Spektrum und die vielfältigen Leistungen, die sie Angehörigen, Sterbenden und Pflegekräften bietet. Claudia vermittelt einfühlsam, wie professioneller Umgang mit Sterbenden aussehen kann und warum Trauerbegleitung so wichtig ist.
Im Theorieteil beleuchten wir wissenschaftliche Erkenntnisse rund um den Sterbeprozess. Bei Sterbenden kommt es zu einem Anstieg des intrazellulären Kohlendioxids, der Veränderungen im Gehirnstoffwechsel und in der Hirnelektrik auslöst. Neurophysiologisch werden Nahtoderfahrungen diesen Veränderungen zugeordnet. EEG-Untersuchungen zeigen eine verstärkte Gamma-Aktivität (≥ 30 Hz), die mit dem Abruf von Erinnerungen assoziiert ist. Standard-EEGs erfassen diese hochfrequenten Wellen meist nicht, was differenzierte Analysen zu einem innovativen Forschungsansatz macht.
In der terminalen Phase treten typische Veränderungen auf: zunehmender Rückzug, erhöhtes Ruhebedürfnis, Somnolenz, Abnahme von Hunger und Durst durch neurochemische Regulation und ein langsam herunterfahrender Stoffwechsel. Künstliche Ernährung ist größtenteils nicht indiziert, da sie belastend wirken kann. Weitere physiologische Veränderungen umfassen reduzierte Organfunktionen, kalte Extremitäten, Blässe, veränderte Atemmuster bis hin zum Herzstillstand – alles begleitet von der Möglichkeit, dass Wahrnehmung und Berührung trotz Bewusstseinsminderung noch möglich sind.
Palliative Maßnahmen unterstützen einen friedlichen, würdevollen Tod. In einem praxisnahen Fallbeispiel erleben wir, wie Pflegekräfte mit Auszubildenden den ersten Umgang mit einem verstorbenen Patienten gestalten. Frau Kilic ist an einem Pankreaskarzinom verstorben. Die Schilderung umfasst die Vorbereitung der Auszubildenden, die Information über körperliche Veränderungen, das Lüften des Zimmers, den würdevollen Umgang mit dem Leichnam und das behutsame Einbeziehen der Angehörigen. Die Analyse des Fallbeispiels beleuchtet die zentralen pflegerischen Kompetenzbereiche. Die professionelle Haltung, Reflexion und respektvolle Vorgehensweisen sind entscheidend für Würde, Respekt und Orientierung.

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