Die vielen Formen der Gewalt in der häuslichen Pflege

Die unvorstellbar brutalen Morde an Frauen erschüttern seit Wochen das Land. Ein Regierungsgipfel dazu soll bessere Aufklärung und mehr Unterstützung ermöglichen.
Dass Gewalt auch in der häuslichen Pflege eine Rolle spielt, wird sehr oft schamhaft verschwiegen. Hinter der Ausübung von Gewalt stehen oft aber auch zahlreiche Konfliktsituationen in der häuslichen Pflege: Abhängigkeitsverhältnisse, zeitlicher und räumlicher Druck, die Erkrankung des pflegebedürftigen Mensch selbst, die Überforderung für die pflegenden Angehörigen. Tagaus, Tagein. Schmerz, Verzweiflung, Angst münden oft in einer Form der Gewalt, die von Ungeduld, Zorn bis zu einem körperlichen Angriff führen können. Die Scham, darüber zu reden, schließt den Vorhand des Schweigens darüber.
Mobile Dienste, die so dringend benötigten Community Nurses, alle Betreuungskräfte, die Zugang zu den Familien haben, dürfen die Augen und Ohren nicht verschließen. Oft ist ein erstes Gespräch darüber eine Möglichkeit der Deeskalation. Das Fragen danach, was es schwer macht, geduldig und gewaltfrei zu bleiben. Die Unterstützungsleistungen bekannt machen, die es gibt - Gespräche, kurze Auszeiten. Jeder Beitrag ist für alle Beteiligten wichtig, um einen Teufelskeis zu durchbrechen. Und das eigene Eingeständnis, dass jede und jeder von uns in der einen oder anderen Form betroffen sein könnte.
Zur Wiederholung: das Angebot des kostenlosen, telefonischen (oder zu Nicht-Pandemiezeiten persönliche) Angehörigengespräches des Bundesministerium für Gesundheit und Soziales steht zur Verfügung und bietet Hilfe zur Entlastung an: Tel: 05 08 08 - 2087, oder Anmeldung per email: angehoerigengespraech@svqspg.at
Katrin Schützenauer

Birgit Meinhard-Schiebel

Sozialmanagerin, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger www.ig-pflege.at

Foto: Katrin Schützenauer

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